Milbenkäse

Dezember 16, 2010 um 8:44 am | Veröffentlicht in Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Bevor wir zu dem Käse kommen, möchte ich erst einmal ein paar Fakten zu dem Hauptbestandteil erläutern, den Milben.

Milben gehörten zu der Gattung der Spinnentiere. Schätzungsweise gibt es weltweit über 20.000 Arten. Die kleinsten Milben werden nur 0,1 Millimeter groß. Und die größten Milben sind die Zecken. Eine vollgesaugte Zecke kann bis zu drei Zentimeter groß werden.

Seit Jahrhunderten ist es bekannt, dass durch die Lagerung des Käses, zu einem Milbenbefall kommen kann. Und dieses Problem wurde genutzt, um diese Nutztierchen für die Produktion eines besonderen Käses zu verwenden.

Bereits im Mittelalter wurde der würzige Milbenkäse hergestellt. Diese Uralte Milbenkäse-Tradition stammt höchstwahrscheinlich aus dem kleinen Dörfchen Würchwitz (Sachsen-Anhalt), und wäre fast ausgestorben. Im Laufe der Zeit kannten sich immer weniger Familien mit der Herstellung aus.

Doch gegen das Aussterben der Tradition hat sich eine über 80 Jahre alte Frau gewehrt. Aufgrund dessen, dass diese „Delikatesse“ beinahe ausgestorben wäre, wurde der Käse in die „Arche des Geschmacks“ der Slow Food Bewegung aufgenommen. Hier werden Lebensmittel, weltweit bedrohte Nutzpflanzen und –tiere vor dem Untergang bewahrt. Dank dieser Unterstützung befindet sich dieser außergewöhnliche Käse, dank seiner immer größeren Beliebtheit, wieder im Aufschwung.

Doch wie wird dieser Käse hergestellt?

Die Grundbasis ist ein ganz normaler Magerquarkkäse. Bevorzugt wird Ziegenmilch oder Schafsmilch, was den Käse noch würziger macht.

Vergleichbar ist der Würchwitzer Käse mit einem guten Harzer Käse.

Der Quark wird mit Kümmel und Salz gemischt und anschließend in Röllchen und Scheiben geformt und in Holzkisten gelegt. In diesen Kisten befinden sich bereits millionen von Milben und Roggenmehl, was den Milben als Futter dient, damit diese sich nicht an den Käse vergreifen. Durch die Ausscheidungen und die Fermente im Speichel der Milben reift der Käse und die Haltbarkeit steigt dadurch. Ein Alter von bis zu 30 Jahren wurde bereits erreicht.

Normalerweise reift der Käse ca. ein halbes jahr und länger. In dieser Zeit müssen die Milben selbstverständlich versorgt werden. Wenn sie nicht rechtzeitig gefüttert werden, dann vergreifen sie sich an den Käse. Die Herstellung ist also mit einer Menge Handarbeit verbunden.

Über den Verzehr, gehen die Meinungen weit auseinander.

Einige kratzen die Milben vom Käse, vor dem Verzehr, ab. Andere essen die Milben sogar ohne den Käse, und schmieren sich diese aufs Brot. Auch wenn man die Milben abkratzt, bleiben die Ausscheidungen der Tiere auf dem Käse. Daher sollten Leute mit einer Milbenallergie diesen Käse vorsichtig genießen.

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